50 Jahre Dorfmusikanten Aufheim e.V.Klicken für mehr Infos
Mit Raketen und Donnerschlag
Aus der Südwest-Presse:
Drei Tage Programm für ganze Familie: Vom Zielspritzen bis zum Serenadenkonzert Zum Dreifach-Jubiläum waren am Wochenende viele Aufheimer auf den Beinen: Als Zuschauer oder Mitwirkende bei der Segnung der Feuerwehr-Autos, beim Feuerwerk, beim Serenaden-Konzert oder beim Festumzug. Zu letzterem kam mancher allerdings zu spät.
Drei Tage haben die Aufheimer mit ihrer Feuerwehr, der Chorgemeinschaft ¸¸Frohsinn'' und den Dorfmusikanten Jubiläum gefeiert. Erstere wurde 125, zweite 100 und letztere 40 Jahre alt. Ob beim Festabend, der Leistungsschau, der Fahrzeugsegnung der Feuerwehr oder beim Serenadenkonzert der Dorfmusikanten am Samstag, stets war der halbe Ort auf den Beinen.

Während es beim Festakt am Freitagabend feierlich zuging, war der Samstag ein Tag für die ganze Familie. Er stand im Zeichen des Jubiläums zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr, die im und rund ums Gerätehaus einiges für die Besucher aus nah und fern vorbereitet hatte. Die Knirpse des Katholischen Kindergartens St. Johannes Baptista hatten einen vielbeklatschten Auftritt: Ausgestattet mit den Helmen ihrer großen Vorbilder, spielten die kleinen Feuerwehrleute singend einen Einsatz nach. Damit es dem Nachwuchs auch danach in der brütenden Hitze nicht langweilig wurde, hatte die Aufheimer Wehr eine Mohrenkopfschleuder und eine Wasserpumpe zum Zielspritzen aufgestellt. Beide standen kaum einmal still. Wer es eher ruhig mochte, fand im Gerätehaus Bilder zum Ausmalen.

Weil der Ortskern für den Verkehr gesperrt war, konnten die Erwachsenen ihre Sprösslinge schon mal ein paar Minuten aus den Augen lassen und sich die Ausstellung zum 125-jährigen Bestehen der Wehr anschauen. Wobei sich zeigte, dass Feuerwehr in Aufheim auch viel mit Familientradition zu tun hat: Auf den ausgebleichten Schwarzweiß-Bildern vom Anfang des 20. Jahrhunderts erkannten einige den eigenen Uropa oder Urgroßonkel wieder. Zur ¸¸Feuerwehrrallye'' trafen sich die Familien wieder, um gemeinsam knifflige Fragen zu lösen. Wohl keiner wusste auf Anhieb, wieviel Fenster das Gerätehaus hat. Kleiner Tipp: Es sind 32.

Vor ihrem Domizil hatte die Wehr neben einigen zum Fest ausgeliehenen historischen Wagen ihre beiden neuen Fahrzeuge aufgestellt: Den aus der eigenen Kasse bezahlten Mannschaftswagen und das von der Stadt gekaufte Löschfahrzeug, das den 26 Jahre alten LF 8 Opel Blitz ersetzt. Gesegnet wurden die beiden Autos am Sonntagvormittag, wobei Bürgermeister Kurt Baiker als Schirmherr sein schon am Freitag beim Festakt geäußertes Bekenntnis zur Aufheimer Wehr bekräftigte. Besonderes Lob zollten Baiker und Kreisbrandrat Raible den Aufheimern, weil sie den Mannschaftswagen selbst finanziert haben: Das sei ein herausragendes Beispiel für Bürgersinn.

Stürmisches Feuerwerk
Dass der heilige St. Florian als Schutzpatron der Feuerwehrleute mit St. Petrus im Bunde ist, zeigte sich am Samstagabend: Die drohenden dunklen Wolken entluden sich erst über Aufheim, nachdem vor der Kulisse des historischen Pfarrhofs die letzten Töne des Serenadenkonzerts der Dorfmusikanten und der befreundeten Musikkapelle aus Nassereith in Tirol verklungen waren. Zwar wurden Händels Feuerwerksmusik und das anschließende Brillantfeuerwerk von heftigen Sturmböen begleitet, doch setzte der Gewitterregen erst nach Ende der Veranstaltung ein.

Am Sonntag musste früh aufstehen, wer den Festgottesdienst und den anschließenden Umzug der Jubiläumsvereine und ihrer Freunde nicht verpassen wollte. Für Irritationen sorgte dabei, dass der Umzug nicht wie im Programm vorgesehen um zehn Uhr begann, sondern sich direkt an den Gottesdienst anschloss. Viele Aufheimer, die nicht in der Kirche gewesen waren und auch Gäste von außerhalb hatten deshalb das Nachsehen: Als sie pünktlich beim Gerätehaus eintrafen, war alles schon vorbei und bereits die für 10.45 Uhr geplante Fahrzeugsegnung in Gang. Verärgert reagierten insbesondere Eltern von enttäuschten "Bambini"-Fußballern, die im Festzug mitlaufen sollten. Auch einige Festzugsteilnehmer hätten sich einen pünktlichen Beginn des Umzugs gewünscht: "Dann wären sicher mehr Zuschauer dagewesen." Die am Umzug beteiligten Vereinsoffiziellen erklärten den vorzeitigen Beginn mit dem frühen Ende des Gottesdienstes: "Wir wollten unsere Leute nicht eine halbe Stunde herumstehen lassen."

Für ein versöhnliches Ende des Festwochenendes war in jedem Fall gesorgt: Mit dem Frühschoppen in der Bürgermeister-Jehle-Halle.

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